Lucky Donkey Farm

Wissenswertes  über Esel

Der Esel

 

Von je her übten Esel auf den Menschen eine Faszination aus, besonders auf Kinder. Anders als beim Pferd, das durch seine stolze Erscheinung, durch sein Temperament und seine eleganten Gänge beeindruckte, schlich sich der langohrige Geselle mit seiner unendlichen Geduld und Gutmütigkeit in die Herzen vieler Menschen.

Schon in grauer Vorzeit haben Höhlenzeichnungen gezeigt, daß der Esel die Nähe des Menschen aus freien Stücken gesucht hat. Laut diesen Malereien soll eine tragende Eselstute zu unseren Vorfahren in eine Höhle gekommen sein und dort ihr Fohlen zur Welt gebracht haben ....

Der Mensch lernte die Qualitäten des Esels schätzen, er nutzte ihn als Lasten- und als Zugtier. Und so war die Geschichte des Esels mit der des Menschen eng verflochten. Auch heute wird er noch in vielen Ländern als Lastenträger genutzt und oft auch ausgebeutet.

Doch es gibt auch Länder, die sich für den Esel stark machen. Besonders in England hat man sich diesen bezaubernden Geschöpfen verstärkt gewidmet. Er wurde gezielt gezüchtet, auf Zuchtveranstaltungen vorgestellt und sogar Turniere wurden organisiert. Springen genauso, wie Dressur. Dabei werden an den Reiter große Ansprüche gestellt, da sich das Langohr nicht einschüchtern läßt und man nicht mit Druck arbeiten darf. Im Gegenteil: Nur mit viel Einfühlungsvermögen und Zuwendung ist der Esel bereit, Höchstleistungen zu bringen.

Und das hat folgenden Grund:

Ein Esel kennt keine Rangordnung. Er ist ein Individuum und ganz allein für sich verantwortlich. Man kann dies schon ganz deutlich bei den Fohlen erkennen. Wir hatten vor vielen Jahren eine schneeweiße Eselstute aus Irland bekommen. Sie war schon älter und dem Menschen gegenüber recht scheu und, sie war tragend. Das wußten wir da noch nicht, bekamen es aber recht bald zu sehen. Eines Tages lag ein kleines dreifarbig geschecktes Hengstfohlen mitten auf dem Hof. Die Stute wachte besorgt über ihm. Als wir nun aus dem Haus traten, zog sich Fee sofort zurück, eifrig bemüht, ihren kleinen Sohn zum Mitkommen zu bewegen. Doch Santana fand uns hochinteressant und er  dachte gar nicht daran, die Flucht zu ergreifen. Neugierig trabte er auf uns zu, um diese seltsamen Wesen kennenzulernen! Mit der Zeit wurde Fee durch ihren aufdringlichen Sohn auch sehr zutraulich, ohne das wir großartig einwirken mußten. Das ist nur ein Beispiel für viele.

Zudem verfügen Esel über eine gewisse Denkfähigkeit, d.h. sie sind in der Lage zu kombinieren. Ein Esel ist nicht so schnell wie ein Pferd und muß daher die Gefahr ganz anders einschätzen. Auch die Gegend, aus der er ursprünglich stammt, ist sehr unwirtlich. Da konnte ein falscher Schritt schon das Ende bedeuten. Deswegen stürmt ein Esel auch niemals blindlings davon, wenn er sich einmal erschrickt, sondern er bleibt stocksteif stehen, sondiert die Lage und entscheidet dann, was für ihn am besten ist. Wie z. B. muß ich mich verstecken, kann ich noch weglaufen oder kann ich gar angreifen. Dieses vernetzte Denken stellt besonders für eingefleischte Pferdeleute, die gerne mit Druck einschüchtern (was durchaus in einem gewissen Rahmen bei Durchschnittspferden funktioniert) vor kaum zu lösende Probleme. Beim Esel ist man nämlich nur der gute Kumpel mit den besseren Ideen und der Reiter oder Fahrer ist ganz anders gefordert, seinen langohrigen Gefährten zu motivieren, auch mal auf seine Wünsche einzugehen und nicht ungeduldig zu werden. In letzterem Fall können Esel dann ganz schön auf stur schalten, wobei unser Motto ist:

Esel sind nicht stur, sie lassen dir nur die nötige Zeit zu überlegen, was du falsch gemacht hast!

Aber gerade diese Eigenständigkeit ist es, was viele Menschen an diesen Tieren so fasziniert.

Ist man einmal von diesem Eselvirus infiziert, bekommt man ihn nicht mehr los. Zu Kindern fühlen sich Esel besonders hingezogen. Da sie gerne im Mittelpunkt stehen, finden sie dort auch genau die richtige Zuwendung. Kinder wollen in der Regel erst einmal nur kuscheln und liebhaben. Oft steht das Reiten erst mal an zweiter Stelle. Besonders für ängstliche Kinder, die sich noch nicht an Ponys oder Pferde herantrauen, sind Esel eine richtige Therapie. Ihre Bewegungen sind ruhig und sanft und um so mehr sie gestreichelt werden um so schöner finden sie es.

Diabolo, der auf einigen Bildern zu sehen ist, liebte besonders Kleinkinder. Als er am Palmsonntag den kleinen Jesusdarsteller durch die Kirche getragen hatte, versuchte er seine pelzige Nase in jeden Kinderwagen zu stecken. Wenn es ihm dann mal von den Eltern erlaubt wurde, schaute er immer ganz beglückt drein, wenn die Kinder vor Freude quietschten und die kleinen Hände ihm das Fell zausten.

Esel sind auch fähig, eine Freundschaft mit dem Menschen aufzubauen. Sie tun dann Dinge für ihn, die sie sonst für niemanden machen würden. Um so intensiver man sich dann mit ihnen abgibt, um so tiefer wird die Freundschaft.

Hierzu eine wahre Begebenheit, die sich in Kanada abgespielt hat:

Ein junger Mann, wir wollen ihn hier mal Joe nennen, zog seit einigen Jahren mit seiner Eselin Mary durch die Wildnis Kanadas. Er lebte davon, daß er stillgelegte Goldminen durchstöberte und den letzten Goldstaub aufsammelte. Für beide reichte es eigentlich gerade so zum Leben. Doch er war zufrieden. Nun lebte sein älterer Bruder , Jim, mit seiner Frau in Quebec, der gar nicht mit ansehen konnte, wie Joe in diesen Minen herumkroch und nur ab und zu mit seiner Mary in die kleinen Siedlungen kam, um Vorräte einzukaufen. Bei einer dieser Gelegenheiten trafen sich die beiden Brüder. Jim bearbeitete Joe , wie schon so oft, er solle doch sein Leben ändern. Er wäre doch noch jung! Und er hätte in der Großstadt doch viel mehr Möglichkeiten, als hier in der Wildnis. Später dann, als Joe mit Mary wieder in die Wälder zurückgegangen war, ließ ihn der Gedanke an die Stadt nicht mehr los. Sein Bruder hatte eine Saite in ihm zum klingen gebracht, die er vorher nicht kannte. So saß er an seinem Lagerfeuer vor der alten Mine, starrte in die Flammen und grübelte vor sich hin. Dann hatte er einen Entschluß gefaßt. Er würde auf den Rat seines Bruders hören und sein Glück in der Großstadt probieren. Er ließ sein Lager, sein ganzes Hab und Gut und auch seine Eselstute im Stich und zog nach Quebec. Nur kurz beschlich ihn ein schlechtes Gewissen, wenn er an Mary dachte, doch sie würde schon allein zurecht kommen. Sie war ja frei! Er hatte ihr sogar das Halfter abgezogen, damit sie sich nicht verhängen konnte. An einem unbemerkten Augenblick hatte er sich dann davongeschlichen, damit sie ihm nicht folgen konnte.

Drei Jahre waren vergangen! Joe vermißte seine Wälder, seine Freiheit und vor allem seine Eselstute. Es gelang ihm nicht, Fuß zu fassen. Auch der Job, den ihm sein älterer Bruder besorgt hatte, konnte ihn nicht befriedigen. Das Heimweh verstärkte sich immer mehr. Schließlich hielt er es nicht mehr länger aus, er verließ die Stadt und kehrte reuevoll in die Wildnis zurück. Er wollte zu der alten Mine zurückkehren, zu seinem alten Lager oder zu dem was noch davon übrig war. Einen neuen Esel zu kaufen, brachte er nicht fertig. Er schalt sich selbst einen Narren, auf Jim gehört zu haben. Und das allerschlimmste war, daß er seine Mary im Stich gelassen hatte. Seine selbstauferlegte Strafe war nun, daß er sein Gepäck in Zukunft alleine tragen mußte. So erreichte er die alte Mine. Die Feuerstelle konnte man kaum mehr erahnen, daß kleine Zelt hing nur noch in Fetzen und sein Kochgeschirr lag über dem Platz verteilt. Doch was war das? Frische Esellosung! Das konnte nicht sein! Joe brauchte drei Anläufe, bis ihm sein Pfiff gelang. Und er bekam Antwort! In der Ferne hörte er einen Esel rufen. Er erkannte die Stimme sofort. Es war seine Mary. Noch einmal pfiff er, dann sah er sie schon angaloppieren. Überglücklich kraulte er ihren Schopf, so wie er es immer gemacht hatte, wie er nächtelang davon geträumt hatte. Drei Jahre hatte die Eselstute auf ihren Menschenfreund gewartet und sie hatte nie an ihm gezweifelt. Joe ohne seine Mary war seit dem nicht mehr denkbar.

Mit solchen Geschichten könnte man ganze Bände füllen und die Menschen, die eine Freundschaft mit einem Esel pflegen, bekommen sicherlich so manche Zeichen seiner Zuneigung.

Doch noch einmal zurück zur Zucht. In Deutschland steckt die Zucht der Esel leider noch in den Kinderschuhen. Die meisten Leute denken auch meist nur an die kleinen Grauen, wenn die Sprache einmal auf diese liebenswürdigen Tiere kommt. Dabei gibt es sie in allen Farben, sogar gescheckt, wie anfangs schon mal erwähnt. Auch die Größe variiert vom Zwergesel mit Stckm. Von 0,70 m bis hin zum Riesenesel, der ein Stckm. Von bis zu 1,70 m bekommen kann.

Immer mehr Menschen engagieren sich für gute Nachzuchten. Es wird verstärkt auf den Körperbau und den Charakter geachtet, so daß die Zukunft für Esel auch hier in Deutschland sehr rosig aussieht.

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